Blog Wertheim - Politik für Wertheim - von Ingo Ortel

Ingo Ortel für Wertheim
Direkt zum Seiteninhalt

Oberbürgermeister a.D. geht in den wohlverdienten Ruhestand

Politik für Wertheim - von Ingo Ortel
Veröffentlicht von Ingo Ortel in Kommunalpolitik · 4 Dezember 2019

Dies war seine letzte Amtshandlung, Stefan Mikulicz der unsere Stadt die letzten zwei Amtsperioden geführt und geprägt hat geht nun
in den wohlverdienten Ruhestand. Zur Erinnerung und zur Anerkennung seiner Dienste erhielt er gleich zwei Medaillen, die Ehrenmedaille unserer Stadt und die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.

Bevor er aber nun wirklich in den Ruhestand entlassen wurde, gab es zur Feierstunde noch ein paar Laudatio von Staatssekretär Wilfried Klenk (MdL) und Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, welche auch seinen Lebensweg und seine Amtszeit in Wertheim beschrieben. Manuela Erbacher die ihrem Chef über die Jahre den Rücken frei hielt sprach ein paar Worte im Namen der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Zur Erinnerung wurde dann noch ihrem ehemaligen Chef eine Bildcollage überreicht.

        
Mal einen persönlichen Rückblick von mir;  
Bürgermeister, Städteplaner und Architekt Stefan Mikulicz kam aus Heidenheim, er kandidierte 2003 zum ersten Mal für das Amt des Oberbürgermeisters. Als man ihn bei einer Wahlveranstaltung fragte, „was ihn motiviert in Wertheim Oberbürgermeister zu werden“ war einer seiner Aussagen „Ich will Chef werden“ das beeindruckte die Wertheimer anscheinend und sie wählten ihn zu ihrem neuen Stadtoberhaupt. Immerhin brachte er Erfahrungen und Fachkompetenz mit ins Amt. Für ihn bedeutet es nun, dass er ein Amt mit einer großen Herausforderung übernimmt. Altstadt, Stadtteile und Ortschaften brauchten eine bauliche und gut strukturierte Erfrischungskur, der Wirtschaftsstandort Wertheim musste gestärkt werden, für Touristen und Einwohner sollte die Stadt noch attraktiver und lebenswerter werden. Dieses Bestreben hat wohl jeder der das Amt eines Stadtoberhauptes egal in welcher Stadt übernimmt. Auch Stefan Mikulicz hatte Visionen, die er nicht alle umsetzen konnte. Es war für ihn auch sicherlich nicht immer einfach durch das Auf und Ab der Steuereinnahmen und des Schuldenbarometers zusammen mit seinen Mitarbeitern einen Haushalt zu erarbeiten der am Ende alle zufrieden stellte.

Hier mal ein paar Stationen, Herausforderungen und Highlights seiner Amtszeit:
-        zwei Hochwasser die einen großen Teil der Innenstadt Land unter setzen,  
-        Schließung der Polizeiakademie,
-        Eröffnung der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete,
-        Verkauf und Schließung des Krankenhauses am alten Standort,
-        Ansiedlung von Kaufland,
-        in seiner Amtszeit wurde ein Großteil der Sport- und Mehrzweckhallen in den Ortschaften saniert,
-        Umbau\Neugestaltung der Gastronomie und des Löwensteiner Baus auf der Burg,
-        Bau und Inbetriebnahme eines neuen Krankenhauses im Stadtteil Reinhardshof,
-        Ansiedlung einer Fernhochschule,
-        Neubau der Feuerwache in Wertheim,
-        Aktivierung des Standortes Reinhardshof als Polizeischule (ehemalige Polizeiakademie).
  
Der Bau eines Kraftwerkes in Bestenheid welches durch einen Bürgerentscheid verhindert wurde und der Bau eines Schrägaufzuges welcher im Gemeinderat keine Mehrheit fand, sind noch ein paar Erinnerungen aus seiner Amtszeit, über die heute kaum noch jemand spricht.
 
Besonders hat er zusammen mit der Stadtentwicklungs-Gesellschaft Wertheim mbH den Wohnungsbau in unserer Stadt geprägt und vorangebracht. In seiner Amtszeit wurden viele Bauprojekte angeschoben umgesetzt und geplant. Auch für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes hat er eine Note hinterlassen.
Es war sicherlich nicht immer eine leichte Amtszeit für Stefan Mikulicz, er musste sich manchmal gegen aufmüpfige Stadträte und Naturschützer behaupten, auch einige Bürger waren ihm nicht immer wohlgesonnen.
 
Seit 2014 habe ich als Stadtrat eine Amtszeit mit ihm zusammengearbeitet, diskutiert und gestritten. Es kam immer wieder mal vor, dass wir nicht immer einer Meinung waren. Ich glaube eine Aktion von meiner Seite her wird ihm wohl besonders in Erinnerung bleiben. Als ich zur Verabschiedung den Raum betrat begrüßte er mich mit den Worten „Hallo mein Mitstreiter“ ich glaube ich weiß auch wie er es meinte. So wie wir halt beide sind, habe ich natürlich über diese Art von Begrüßung geschmunzelt.
 
Seinen Ruhestand hat er sich aber nun verdient. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen Gesundheit und alles Gute, auf dass er seinen Ruhestand auch genießen kann.
  



Bewertung: 5.0/5
Zurück zum Seiteninhalt